Geldgierig oder unfähig? Konzertveranstalter in der Kritik

Diesen Sommer war ich 2 x auf Open-Airs, die vom Veranstalter "Popp Concerts" aus Trier ausgerichtet wurden: 1 x bei den Toten Hosen am Bostalsee, 1 x bei den Ärzten am Losheimer Stausee. Beide Konzerte waren musikalisch einwandfrei, wobei mich die Hosen mehr zu begeistern vermochten als die Ärzte (aber das nur am Rande).

Außerdem war ich diesen Sommer noch bei einem Konzert zum 40jährigen Bandjubiläum von Runrig auf der Loreley (dies ist deshalb wichtig, weil ich weiter unten darauf als Vergleichswert Bezug nehme).

Bei den beiden Konzerten von Popp Concerts muß ich das absolut kundenunfreundliche, nur notdürftig mit dem Deckmäntelchen "Sicherheit" kaschierte Verhalten der Veranstalter kritisieren. Meinen Frust habe ich neulich mittels folgendem Posting auf deren Facebook-Website artikuliert:


Hallo, Popp-Team,

so toll das Ärztival vor 2 Wochen auch war, muß ich dennoch meinen Frust loswerden.

Bereits im Vorfeld habt Ihr ja darüber informiert, daß das Mitbringen von Getränken generell verboten ist (ich selbst durfte aus medizinischen Gründen, wie vorab mit einem Eurer Mitarbeiter geklärt, eine PET-Flasche mit Wasser mit reinnehmen). Diese Regelung ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich war auch auf Open-Airs anderer Veranstalter, und fast überall (außer bei Euren Konzerten, neben den Ärzten auch bei den Hosen am Bostalsee) war es erlaubt, 1 PET-Flasche mit reinzunehmen. Ich vermute mal, Ihr begründet dies mit dem Schlagwort "Sicherheit", denn man könnte die Flaschen ja als Wurfgeschosse verwenden. Warum aber ist es dann bei anderen Veranstaltern, z.B. auf der Loreley, möglich? Ist es nicht eher so, daß das Schlagwort "Sicherheit" nur vorgeschoben wird und der wahre Grund der höhere Getränkeumsatz an den Getränkeständen... auf dem Gelände ist ist? Ist ein solch höherer Umsatz evtl. sogar in Eurem eigenen Interesse, weil Ihr prozentual am Umsatz des Ausschanks beteiligt seid?

Die von Euch beauftragte Security-Firma, die die Taschenkontrollen am Eingang durchgeführt hat, hat sich jedenfalls nur und ausschließlich für mitgebrachte Getränke interessiert. Eingewickelt in meine Fleecejacke in meinem Rucksack hätte ich alle möglichen Gegenstände, die als Wurfgeschosse geeignet gewesen wären, auf das Gelände schmuggeln können. Bei meinen Begleitern war es ähnlich. Diese Vorgehensweise nährt meinen o.g. Verdacht, daß es gar nicht um Sicherheit, sondern nur um Getränkeumsatz geht.

Den Vogel schossen Eure Securities allerdings bei einer meiner Begleiterinnen ab. Die war zu diesem Zeitpunkt (deutlich erkennbar) hochschwanger und wollte das Konzert daher weit hinten sitzend verbringen. Um es sich bequem zu machen, hatte sie daher zwei Wolldecken dabei. Diese wurden Ihr von der Security "aus Sicherheitsgründen" abgenommen. Hallo? Geht's noch? 2 Wolldecken? Aus Sicherheitsgründen?

Wertes Popp-Team, da Ihr in Bezug auf Eure angeblichen "Sicherheitsvorschriften", die ich wie oben dargestellt, eher für "Kommerzvorschriften" halte, mit zu den kundenunfreundlichsten Veranstaltern im südwestdeutschen Raum gehört, werde ich zukünftig, sofern Ihr keine Besserung gelobt, keine weiteren von Euch veranstalteten Open-Airs mehr besuchen. Mag sein, daß Euch das ziemlich egal ist, denn was macht schon ein Kunde mehr oder weniger aus, aber Ihr kennt ja sicher die Dynamik, die solch negative Berichterstattung nehmen kann?

Beste Grüße

Alexander


Wie ich inzwischen feststellen durfte, bin ich mit meiner Kritik nicht alleine. So ist z.B. hier neben weiterer Kritik zu lesen:


"Dass die Getränkepreise bei Festivals und Konzerten etwas teurer sind als üblich, weiß man ja, aber 4€ für ein Glas Wasser zu verlangen, grenzt meiner Ansicht nach an Unverschämtheit. Man war ja auf den Getränkekauf angewiesen, wenn man nicht wegen Dehydrierung aus den Latschen kippen wollte, denn es war nicht möglich, Getränke ins Festivalgelände mitzubringen. Bei anderen Festivals darf jeder Besucher wenigstens einen 0,5l-Tetrapak mitbringen, nicht so am Bostalsee."


Merke: Sicherheit als vorgeschobenes Argument für mehr Einnahmen ist ein verdammt billiger und zudem sehr durchschaubarer Trick. Mich habt Ihr wohl zum letzten mal auf einem Eurer Konzerte gesehen, wertes Popp-Team.

13.9.13 14:25

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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Michele (13.9.13 20:40)
Was kann man mit einer Wolldecke schlimmes anstellen?! Werfen wohl eher nicht...


Maria Isabella (27.4.17 18:45)
AVALIAÇÃO - A avaliação do movimento deve ser contínua,
levando em consideração os processos vivenciados pelas crianças, constituindo-se em um instrumento de regeneração de objetivos,
conteúdos, procedimentos, etc.


Maria Isabella (27.4.17 18:45)
AVALIAÇÃO - A avaliação do movimento deve ser contínua, levando
em consideração os processos vivenciados pelas crianças, constituindo-se em um instrumento de regeneração de
objetivos, conteúdos, procedimentos, etc.


Mohammed (6.7.17 01:45)
Nao acreditara' em como tempo podera' passar rapido.