Pressemeldung "Piraten kapern deutschen Frachter vor Oman"

Pressemeldung auf welt.de

Max Liebermann sagte einmal: "Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen könnte!" Sicher, ihm ging es damals um die Machtergreifung der Nazis, aber dieser Spruch passt auch grade auf mich.

Wie den Medien zu entnehmen ist, haben die somalischen Piraten wieder mal zugeschlagen. Ihr heutiges Opfer ist die "Ems River", welche wohl einer deutschen Reederei gehört.

In den Medienberichten ist immer wieder von einem "deutschen Schiff" die Rede. So schreibt die WELT in ihrem Artikel: Piraten haben erneut einen deutschen Frachter gekapert.

Und das ist falsch. Sicher, wenig später im o.g. Artikel heißt es: Das gekaperte Schiff ist ein 5200 Tonnen schweres Tankschiff, dass Kraftstoff geladen hat. Es fährt unter der Flagge von Antigua und Barbuda. Die Crew besteht aus einem Rumänen und sieben Philippinos.

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Das Schiff mag einer deutschen Reederei gehören, aber Tatsache ist nun mal, daß es ein Schiff unter der Flagge von Antigua und Barbuda ist, also unter einer sog. "Billigflagge" registriert ist.

Die Ausflaggung von Schiffen in Länder mit Billigflaggen hat zumeist handfeste finanzielle Gründer, da die Reederei so nicht in Deutschland, sondern im Land der Billigfagge Steuern, etc. zahlen muß. Und die sind meistens deutlich günstiger als hierzulande. Gleiches gilt für Sozialabgaben. Und auch die Sicherheitsbestimmungen sind dort meistens viel lascher.

Im Klartext: Der Reeder, der seine Schiffe unter Billigflagge fahren lässt, spart Geld, indem er hierzulande keine Steuern, etc. zahlt. Das ist völlig legal und sei den Reedern auch gegönnt...

... aber dann sollen sie bitte nicht in Deutschland nach Hilfe schreien, wenn eines ihrer Schiffe gekapert wird. Sollen sie doch die Marine ihren jeweiligen Flaggenstaats zu Hilfe rufen. Ich bin mir ziemlich sicher, daß die ach so mächtige Kriegsmarine von Antigua und Barbuda jederzeit bereit und in der Lage ist, ein größeres Flottenkontigent ans Horn von Afrika zu schicken, um den Piraten ein für alle Mal den Garaus zu machen.

Aber bitte, liebe Reeder, wenn ihr schon meint, daß die Deutsche Marine, die Politik, etc. Euch in einer solchen Situation helfen soll, dann flaggt Eure Schiffe bitte wieder um und lasst sie unter der schwarz-rot-goldenen Flagge fahren - und zahlt hierzulande Steuern, etc., denn Solidarität ist niemals eine Einbahnstraße, sondern ein Geben und Nehmen!

28.12.10 20:36

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