Asternweg



Am Samstag Abend kam auf VOX eine mehrstündige Doku über den Sozialen Brennpunkt "Kalkofen" in Kaiserslautern. Präsentiert wurden verschiedene Bewohner und ihre Lebensumstände.

Wenn man sich ein wenig in den Sozialen Medien umschaut, dann stellt man fest, daß diese Sendung - vollkommen zu Recht, wie ich finde - vielen Menschen nahegegangen ist. Es gibt diverse Aufrufe zur Unterstützung der dortigen Bewohner. Das ist grundsätzlich super.

Wenn es aber grundsätzlich super ist, dann erkennt der Kenner der deutschen Sprache, daß es auch negative Aspekte gibt. Und die möchte ich hier aufgreifen.

1)
Daß es den Kalkofen als Sozialen Brennpunkt in Lautern gibt, ist nichts Neues. Das Gebiet wird schon seit Jahrzehnten von den Ärmsten der Armen bewohnt, dennoch hat so gut wie niemand geholfen. Und jetzt auf einmal überschlagen sich alle mit Hilfsangeboten. Wo wart Ihr vorher? Warum habt Ihr weggeschaut?

2)
Der Kalkofen ist nicht der einzige Soziale Brennpunkt in Lautern. Es gibt auch bspw. die Alte Brücke und andere Problemviertel. Dafür scheint sich weiterhin niemand zu interessieren.

3)
Solche Viertel gibt es nicht nur in Lautern, sondern vermutlich in jeder größeren Stadt. Auch dafür scheint sich niemand zu intereressieren.

So sehr ich den Bewohnern des Kalkofens die Hilfe gönne, so sehr muß ich aber auch darauf hinweisen, daß es nicht reicht, denen zu helfen. Bitte focussiert Euch nicht auf die, sondern geht mit offenen Augen durchs Leben und denkt auch an die Anderen, denen es genauso mies geht.

Was mich aber am Meisten ankotzt, das ist die Tatsache, daß diverse am rechten Rand stehende Gruppierungen von den diversen *GIDAs bis zur NPD versuchen, aus den Schicksalen der Kalköfler politisches Kapital zu schlagen, so nach dem Motto: für die Asylbewerber ist Geld da, für die Deutschen im Kalkofen nicht. Das ist einfach nur erbärmlich!

13.4.15 12:37

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