Der November rückt näher, der CASTOR auch, deshalb ...
... CASTOR stoppen!

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Flammendes Inferno auf der Ostsee
Wer in den letzten Tagen in den TV-Nachrichten Bilder der brennenden Fähre „LISCO Gloria“ gesehen hat, der wird den Anblick des auf ganzer Länge brennenden Schiffs wohl nicht so schnell vergessen. Zum Glück kam bei diesem Brand niemand ums Leben. Auch größere Umweltschäden scheint es nicht gegeben zu haben.
Da ich mich, wie meine Freundin bestätigen kann, bei der Berichterstattung im Radio, im Fernsehen und in den Printmedien teilweise über die Unkenntnis der Journalisten geärgert habe, möchte ich heute mal aus meiner Sicht einige Aspekte dieses Unglücks bzw. der Rettungsaktion beleuchten. Ich möchte den Journalisten, über die ich mich geärgert habe, nicht mal einen Vorwurf machen, dass sie sich in einem solch speziellen Thema wie der Seefahrt im Allgemeinen und der Brandbekämpfung auf See im Speziellen nicht auskennen.
Aber wäre es zu viel verlangt, einfach mal jemanden zu fragen, der sich mit so was auskennt, ehe man z.B. einen absolut unhaltbaren Vergleich zwischen dem Brand der „LISCO Gloria“ und dem Ungergang der „Estonia“ bringt? Es gibt zwischen diesen beiden Ereignissen genau zwei Parallelen: es handelt sich um Fährschiffsunglücke, die beide auf der Ostsee stattfanden. Aber jeder weitere Vergleich ähnelt dem von Äpfeln mit Birnen, da es sich um ganz andere Fährschiffstypen handelte, die unter komplett verschiedenen Umständen verunglückten. Der größte Unterschied dürfte allerdings sein, dass die Schiffsführung und Crew der „LISCO Gloria“ im Gegensatz zu der der „Estonia“ hochprofessionell gehandelt zu haben scheint – was sicher mit ein Grund dafür ist, dass es keine Toten gab.
DAS SCHIFF
Bei der „LISCO Gloria“ handelte es sich um eine sog. Ro/Pax-Fähre, d.h. um einen Fährschiffstyp, der speziell zum Transport rollender Ladung (also primär von LKW bzw. Trailern) konzipiert ist, zudem aber auch in geringem Umfang Passagiere mitnimmt. Dies unterscheidet Ro/Pax-Fähren von großen Passagierfähren wie z.B. der zwischen Kiel und Oslo fahrenden „Color Fantasy“. Natürlich transportieren auch die reinen Passagierfähren LKW und Trailer, aber das Hauptaugenmerk liegt hier bei Passagieren mit ihren jeweiligen Fahrzeugen..
Erbaut wurde die „LISCO GLORIA“ unter anderem Namen in den Jahren 2001 und 2002 auf der Stettiner Werft. Seit Indienststellung war sie für die dänische Reedereigruppe DFDS unterwegs, zuletzt unter litauischer Flagge für die DFDS-Tochter DFDS-LISCO. Zusammen mit einem Schwesterschiff bediente sie die Strecke Kiel – Klaipeda. Das 199,4 Meter lange und 25,0 Meter breite Schief konnte rund 600 Passagiere transportieren, zudem standen auf verschiedenen Decks insgesamt 2.200 laufende Lademeter für rollendes Gut zur Verfügung.
DAS UNGLÜCK
In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 2010 war das Schiff auf dem Weg von Kiel nach Klaipeda. Als die „LISCO Gloria“ rund 6 Seemeilen nördlich von Fehmarn unterwegs war, brach an Bord Feuer aus. Die genaue Ursache hierfür steht noch nicht fest, jedoch wird derzeit vermutet, dass der Brandherd auf einem offenen LKW-Deck ausbrach, eventuell durch einen technischen Defekt an einem LKW. Kurz nach Mitternacht lief der Notruf der „LISCO Gloria“ beim Maritime Rescue Coordination Center (MRCC) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen ein. Wenig später übernahm das gemeinsam vom Bund und den Küstenländern getragene Havariekommando in Cuxhaven die Einsatzleitung.
Binnen kurzer Zeit stand das Schiff zu großen Teilen in Flammen.
DIE EVAKUIERUNG
Aus den Medienberichten geht hervor, dass der Kapitän relativ schnell die Evakuierung des Schiffes anordnete. Ein weiser Entschluss, wie ich meine. Es ist eine alte Weisheit, dass der größte Feind eines Schiffs nicht das Wasser, sondern das Feuer ist. Sicher hätte der Kapitän noch abwarten können, ob ein Löschen des Brands mit Bordmitteln möglich wäre, aber er ging hier auf Nummer sicher und schickte Passagiere und Besatzung frühzeitig in die Rettungsboote und –inseln. Dabei wurde, wie einige Zeitungen berichteten, nach der alten Devise „Frauen und Kinder zuerst!“ verfahren, außerdem verließ der Kapitän wohl als letzter das Schiff – so wie es sein sollte!
Einige Personen sollen wohl auch in die kalte Ostsee gesprungen sein.
Große Teile der Evakuierten wurden vom Patrouillenboot „Neustrelitz“ der Bundespolizei aufgenommen, weitere von der Scandlines-Fähre „Deutschland“, die von ihrer Linie zwischen Puttgarden und Rödby zu Hilfe geeilt war. Nachdem die „Neustrelitz“ ihre Gäste auf die „Deutschland“ übergesetzt hatte, fuhr diese nach Kiel, wo Passagiere und Crew an Land gebracht wurden. 23 Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert.
In einem Kommentar einer Zeitung (ich weiß leider nicht mehr in welcher, da ich relativ viele Berichte hierzu gelesen habe) kam die Frage auf, ob es nicht unverantwortlich gewesen sei, die Passagiere in Rettungsboote und –inseln zu schicken, obwohl doch schon Hilfe unterwegs war. Zu dieser Frage kann ich nur eins sagen: Bullshit! Feuer an Bord ist im wahrsten Sinne des Worten brandgefährlich. Wenn man sieht, wie schnell sich das Feuer an Bord ausbreitete, war diese Entscheidung absolut richtig!
DIE ORGANISATION DER HILFSMASSNAHMEN
Erinnert sich noch jemand an den Brand auf der „Pallas“ in der Nordsee im Jahr 1986? Damals gab es ein unwürdiges Kompetenzgerangel zwischen Bund und Ländern – mit der Folge, dass sich zunächst niemand zuständig fühlte, so dass erst gehandelt wurde, als es zu spät war. Am Ende lief die „Pallas“ auf Grund; ausgelaufener Treibstoff verschmutzte das Wattenmeer.
Hinzu kam damals, dass der Bund zeigen wollte, dass er nicht auf teuer gecharterte Bergungsschlepper angewiesen sei. Obwohl mit der „Oceanic“ der Hamburger Bugsier-Reederei einer der leistungsstärksten Bergungsschlepper der Welt einsatzklar bereit lag, versuchte man, mit hierfür nur bedingt geeigneten bundeseigenen Mehrzweckschiffen der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung das Problem zu lösen. Erst als es zu spät war, rief man die „Oceanic“ zu Hilfe.
Daraus hat man jedoch gelernt. Wenig später wurde mit dem bereits erwähnten Havariekommando in Cuxhaven eine Institution geschaffen, die zukünftig solche Einsätze koordinieren sollte. Zudem wurde ein Notschlepp-Konzept erarbeitet, nach dem in Nord- und Ostsee insgesamt 8 sog. Notschlepper bereitgestellt werden sollten, die jederzeit in der Lage sein sollten, in Not geratenen Schiffen zu helfen. Heute liegen in der Nordsee 3 und in der Ostsee 5 Notschlepper bereit, je 4 gehören dem Bund (die oben erwähnten, eher suboptimalen Mehrzweckschiffe der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung), je 4 sind von privaten Schlepp- und Bergungsreedereien eingechartert. All diese Notschlepper verfügen neben Schlepptrossen und –winden auch über leistungsfähige Feuerlöscheinrichtungen.
Dieses Konzept ging auf. Binnen kürzester Zeit waren alle 5 in der Ostsee stationierten Notschlepper vor Ort und konnten zumindest mit ihren Löscheinrichtungen den Rumpf der „LISCO Gloria“ kühlen. Dazu kamen weitere Schlepper von dänischer Seite, 4 Rettungskreuzer der DGzRS, Einheiten von deutscher und danischer Polizei und Marine. Kurz gesagt: es waren mehr als ausreichend viele Einheiten vor Ort.
Personal der „ArGe Küstenschutz“ (eines Zusammenschlusses verschiedener Schlepp- und Bergungsreedereien) bildete zudem ein sog. „Boarding-Team“ und lies sich auf das noch lichterloh brennende Schiff bringen, um dort den Anker zu werfen. So konnte das Herumtreiben der Fähre gestoppt werden – nur noch rund 2 Seemeilen vor der dänischen Insel Langeland.
Allerdings konnten die eingesetzten Einheiten zunächst nicht viel tun, lediglich die Außenhaut konnte gekühlt werden, um zu verhindern, dass das Schiff durch zu große Hitze und damit verbundene Verformung/Materialermüdung sank. Mehr war einfach nicht drin, auch wenn auch hier manch ein Journalist fragte, ob nicht mehr möglich gewesen wäre. Wenn ein Schiff einmal fast komplett brennt, dann ist zunächst nichts mehr zu machen. Das ist einfach so und muss akzeptiert werden.
Zwischenzeitlich ist das Feuer wohl erloschen. Wenn das Wrack der „LISCO Gloria“ in einen sicheren Hafen geschleppt worden ist, muss zunächst untersucht werden, was die Brandursache war. Dann ist zu klären, ob das Schiff entweder abgewrackt werden muss oder eventuell doch noch repariert werden kann. Warten wir ab!
DAS FAZIT
Der Brand auf der „LISCO Gloria“ hatte das Potential. zu einer Katastrophe zu werden – mit schlimmen Folgen für Mensch und Umwelt. Dass es dazu nicht kam, ist gut. Zu verdanken ist dies zum einen der raschen Entscheidung des Kapitäns, das Schiff aufzugeben und alle Menschen an Bord zu evakuieren, zum anderen auch dem mutigen Einsatz der Männer des Boarding-Teams, die sich auf das noch brennende Schiff bringen ließen, um es vor Anker zu sichern. Hinzu kam eine gehörige Portion Glück dergestalt, dass das Wetter in jener Nacht gut war, so dass das Ausbooten der Passagiere und der Crew glückte. Hinzu kam wohl noch der Umstand, dass das Unglück in einem Gebiet passierte, in dem immer reger Schiffsverkehr herrscht, so dass rasch Hilfe, zunächst in Gestalt der „Neustrelitz“ und der „Deutschland“ kam.
Zudem zeigte dieses Ereignis, dass man in Deutschland die Lehren aus der Strandung der „Pallas“ gezogen hat. Das Havariekommando managte den Einsatz bis zur Abgabe an das dänische Gegenstück sehr souverän und konnte auch über genügend Schlepp- und Löschkapazität verfügen.
Ein schwarzer Tag für Deutschland

Nun hat sich also die Bundesregierung, allen voran die Kanzlerin, den Drohungen und Schmeicheleichen von RWE, EOn, EnBW und Vattenfall gebeugt und eine Laufzeitverlängerung für die deutschen AKW beschlossen:
Atomkraftwerke: Laufzeit im Schnitt 12 Jahre länger
Heller Wahnsinn, weiter auf diesen lebens- und umweltfeindliche Technologie zu setzen. Noch immer ist die Endlagerung des hochradioaktiven Atommülls nicht geklärt. Noch immer verstrahlen die AKW schon im Normalbetrieb auf einem zwar niedrigen, aber vorhandenen Niveau ihre Umgebung. Höhere Leukämieraten rund um AKW sind ein bekanntes Phänomen. Von den Schlampereien der Bedienmannschaften mal ganz zu schweigen...
Aber so einfach, wie Merkel & Co. sich das vorgestellt haben, wird es nicht. Da der Bundesrat bei dieser Entscheidung übergangen werden soll, haben schon einige Bundesländer Klage beim BVerfG angekündigt.
Und dann wären da noch wir - wir, die wir schon seit Jahren gegen diese Techologie kämpfen. Lass Dir eins gesagt sein, Angie: Dir steht ein heißer Herbst bevor! Demos gegen Deine Laufzeitverlängerung, dazu ein CASTOR-Transport nach Gorleben! Wir werden genüg Möglichkeiten haben, unseren Protest auf Straße und Schiene zu tragen! Nicht mit uns!
Wichtiger Termin: 18.09.2010, Demo Schluss jetzt mit Atomkraft in Berlin: Mehr Infos hier!

Schockierendes Dokument zur Loveparade-Tragödie
Ich bin ehrlich froh, daß es Leute gibt, die Zivilcourage zeigen, indem sie Dokumente an die Öffentlichkeit bringen, die zeigen, daß die Stadt Duisburg und die Lopavent GmbH sehenden Auges in die Katastrophe gerannt sind. Diese interne Aktennotiz zeigt deutlich, wie wenig man sich bei der Stadt und beim Veranstalter um die Sicherheit gekümmert hat, obwohl Mitarbeiter der Stadtverwaltung deutlich darauf hingewiesen haben.
Von der Echtheit des Dokuments gehe ich mal aus, denn zum einen wurde daraus teilweise schon in den Medien zitiert, zum anderen sprechen auch Stil und Optik dafür.
Aktennotiz vom 18.06.2010, Gespräch von Vertretern der Stadt DU bei der Lopavent GmbH